Hallöchen,
ich melde mich tatsächlich mal früher als sonst, nach weniger als einer Woche ein neuer Eintrag ;)
Es ist zwar nicht wirklich viel spannendes passiert, aber ich dachte ich stelle mal vor, wie das Leben an einer amerikanischen Universität so ist und inwiefern es sich von deutschen Unis unterscheidet.
Der wichtigste Punkt zu Anfang: Die Universität ist viel mehr das Zentrum als sie es in Deutschland ist. Während die Stadt an sich in Deutschland sehr viel des studentischen Lebens prägt (gut, vielleicht nicht unbedingt in Flensburg, da gab es eher wenig Studentenszenebars und ähnliches, aber in Kiel oder Berlin sehr wohl), ist es in den USA tatsächlich so, wie man es aus Filmen kennt: Die Uni und deren direkte Umgebung (Wohnheime u.ä.) sind das Wichtigste. Es gibt hier eigentlich fast jeden Abend was zu tun - Filme werden gezeigt, Bands spielen, es gibt Veranstaltungen noch und nöcher (und ich versuche, so viel wie möglich davon mitzunehmen). Beispiele für Veranstaltungen? Ich war letzte Woche bei einer "Ice-Cream-Party" (es gab wirklich Massen von Eis und sonstigen Naschkram... nicht wirklich gut für die Figur, aber ich werde abnehmen ^^) unter dem Motto "I Can See Russia From The Grind - A Farewell To Sarah Palin" (der Grind ist ein Veranstaltungsraum/Bar/Tanzfläche im Keller der Uni), organisiert von den Demokraten an Clark (glaub ich zumindest). Am gleichen Abend war auch Spiele-Abend, zu dem ich kurz mit Johannes gegangen bin. Dort gibt es eine riesige Auswahl von Brett- und Kartenspielen, die man nutzen kann (wir haben Carcassonne gespielt, ich fand's nicht wirklich spannend ^^). Dort bin ich dann auf ein amerikanisches Klischee gestoßen, dass ich nun hiermit tatsächlich bestätigen kann: Es waren wirklich fast nur Leute da, die man als Geeks bezeichnen kann, und die, nun ja, "extremsten" von ihnen haben auch noch Wizard gespielt. Ich musste mich echt zusammenreißen, nicht loszulachen. Am Ende des gleichen Abends bin ich dann noch Bingo spielen gegangen (leider nichts gewonnen, waren aber hammer Preise, u.a. ein Ipod Touch!). Bingo wurde von einer der vielen Studentenclubs.
Das ist auch schon das nächste Merkmal amerikanischer Unis: Es gibt hier unglaublich viele Studentengruppen, in denen sich vor allem Undergraduates (=Bachelor-Studium) engagieren. Es gibt Clubs für Asiaten, Afroamerikaner, Latinos, für Leute, die gern wandern, für Neu-England-Fans und viele viele viele mehr. Nicht nur AstA, Fachschaft und Co. Und fast jeder Student (zumindest Undergrad) ist in mindestens einer dieser Gruppen.
Und a propos Fachschaft: Ich kann dies zwar nicht für alle Studiengänge sagen, aber unser Student Council ist unglaublich aktiv und organisiert eigentlich fast jede Woche etwas für uns Studenten. Parties, Ausflüge, Veranstaltungen. Ich möchte damit jetzt allerdings nicht sagen, dass wir als Fachschaft in dieser Richtung schwach waren, da hier die Angebote auch wesentlich mehr wahrgenommen werden als sie es bei uns wurden (ich sag nur Paintball und Hochseilgarten!). Beispielsweise war der Pub bei der Welcome Party echt voll und die Tickets für Six-Flags waren innerhalb einer Woche weg. Und das waren 100 Stück. Jaha, ihr habt richtig gehört, ich fahre nächste Woche zu Six Flags. Für alle, die nicht wissen, was das ist: Six Flags ist eines der größten Freizeitpark-Unternehmen hier in den USA; sie haben mehrere Parks in verschiedenen Staaten, in denen man prämierte Achterbahnen fahren kann ^^ Mehr Infos auf http://www.sixflags.com/newEngland/index.aspx
Ansonsten ist auch die Sport-Fixierung an amerikanischen Unis tatsächlich gegeben: Es gibt hier mehrere Teams und sehr viele der (wieder einmal) Undergrads sind in ihnen vertreten. Bei den Graduate Students ist das alles ein bisschen lockerer, aber wie gesagt haben wir zumindest ein GSOM-Fußballteam ^^ Das Spiel am Mittwoch haben wir übrigens gewonnen, heute ist unsere Partie wegen zu schlechtem Wetter abgesagt worden (sooooo schlimm war es eigentlich nicht, aht nur ein bisschen genieselt, aber der rasen wär bestimmt rutschig gewesen und bei meinem Glück... ^^) Achja, und Tanzen kann man hier auch ab und zu: Wir waren heute beim Salsa (Jan, Johannes und ich - die beiden wollen mich glaube ich dafür umbringen), aber leider war's das auch wieder, weil die jetzt Auditions für ihr Team machen. Hmpf, es soll irgendwie wohl nicht sein, dass ich wieder tanze!
So, das wäre es erstmal, was mir zu dem Thema einfällt, aber ich bin sicher, es wird immer mal wieder in meinen Beiträgen auftauchen ^^
Ich werde jetzt mal meine Wäsche aus dem Trocker holen und mich dann schlafen legen, es ist schon nach 23:30 und ich habe morgen um 9h Vorlesung. ^^
Liebe Grüße,
Cathi
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