Dienstag, 18. Januar 2011

2010 - The Year in Review

Jaaaaaa, sie (und der Blog) lebt noch, sie lebt noch, sie lebt noch...

Es tut mir furchtbar Leid, dass ich den Blog so lange habe vor sich hinschlummern lassen, aber das letzte Semester war echt furchtbar. Mit Positionen in drei verschiedenen Studentenorganisationen sowie vier teilweise unglaublich arbeitsintensiven Vorlesungen fehlte irgendwie den Zeit für den Blog. Entschuldigung dafür - einer meiner Vorsätze für das neue Jahr ist es, wieder mehr zu schreiben, über Jobsuche und so weiter ^^

Meine Güte, der letzte Blog ist echt schon ewig her, mal schauen, was seitdem passiert ist: Ich habe das Praktikum in der Dominikanischen Republik mehr oder minder erfolgreich beendet. Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich vielleicht nicht wirklich viel gearbeitet (und gelernt) habe (ich habe nie nix gemacht, aber es ist einfach nicht so viel Handel zwischen den Ländern), aber ich hab mal wieder Spanisch geredet, nette Leute kennengelernt, ein sehr vielfältiges Land bereist und dadurch, dass ich mal in nem doch Dritte Welt Land war, an Lebenserfahrung gewonnen und das zu schätzen gelernt, was ich habe (inklusive warmen Wassers und im Vergleich sauberen Straßen). Und auf dem Lebenslauf macht es sich auch gut, von daher bereue ich da nix.

Danach habe ich ein seeehr stressiges Semester erlebt, was auch der Grund ist, dass der Blog nicht aktualisiert wurde - ich bin einfach nicht dazu gekommen! Ich hatte 3,5 Units (eine halbe Unit ist ein Kurs, der ein halbes Semester dauert, eine Unit dementsprechend ein ganzes Semester) und diese Kurse waren vielleicht nicht intellektuell unglaublich anspruchsvoll, aber sehr arbeitsintensiv. Teilweise ganz schlimme Kurse (Länder in der EU haben noch die Todesstrafe laut meinem Prof, der auch keine Ahnung hat wo Tunesien liegt), teilweise ganz interessante.
Zudem war ich in meinen drei Organisationen aktiv (in zwei mehr, in einer weniger ^^) und habe viele coole Sachen organisiert - Hochseilklettern, Apfelflücken, Apfelkuchen backen und viele Parties :)

Ansonsten war nicht viel los, aber dann irgendwie doch ^^ Keine Ahnung. Weihnachten habe ich dann doch mal wieder mit der Familie gefeiert (spontane Entscheidung, meine Freunde waren alle weg und es ist doof alleine Weihnachten zu feiern) und Silvester mit Freunden ausm Bachelor. Das waren echt tolle Ferien, mit ganz viel Essen und ganz wenig Sport.

Aber das wird jetzt alles besser (wie gesagt inklusive des Blogs), dieses Semester mehr Sport, weniger Stress und wesentlich mehr Jobsuche. Dafür wird es nämlich jetzt Zeit. Und ja, ich würd gerne in den USA bleiben, zumindest für ne Weile.

Also, drückt mir die Daumen!
Alles Liebe,
Cathi

Mittwoch, 4. August 2010

Wann kommt die Flut? Wieso, die war doch schon da!

Oha, da habe ich einen ganzen Monat nicht geschrieben. Entschuldigung. Jetzt kommt dafür wieder was.


Und wieder ein Tag ohne Internet. Diesmal können die Internetfirmen noch nicht einmal dem Regen die Schuld geben (wie sie es gerne tun), dass nichts mehr geht. Rien ne va plus sozusagen. Diesmal ist es zwar nicht so, aber der Satz trifft dann doch zu, wenn es einmal wieder in Strömen, ach was, noch mehr, regnet. Und das dann nicht (wie ab und zu auch) nur mal 5 Minuten lang ganz doll, sondern so eine halbe Stunde lang oder so. Dann kommt die Stadt in etwa zum Erliegen. Das liegt daran, dass hier in den Straßen verhältnismäßig wenige Gullis und sonstige Abflüsse sind und sie, wenn sie dann da sind, vermutlich verstopft sind. Die Menschen schmeißen ihren ganzen Müll nämlich mal eben gerne einfach auf die Straße – was mich natürlich tierisch aufregt, aber das ist ein ganz anderes Thema. Zurück zum Regen. Wir waren bei viel Wasser vom Himmel und wenig Abfließmöglichkeiten auf der Erde. Was passiert dann? Richtig, die Rinnsäle werden größer und größerund irgendwann läuft es auf die Straße. Da es währenddessen aber nicht aufhört zu regnen, kommt es irgendwann soweit, dass die ganze Straße überschwemmt ist. Und überschwemmt heißt nicht, dass auf den Straßen ein bisschen Regen ist, sondern das sind hier dann ganze Sturzbäche, die die Straßen herunterkommen. Diese reichen einem dann teilweise bis zu den Knöcheln oder noch höher – meine Schuhe und Füße sind schon des häufigeren klitschnass gewesen. Und dann sind es natürlich nicht nur die Füße, die nass werden – da es immer noch regnet, wird auch der Rock trotz Regenschirm pitsche patsche nass, da der Regen auch schön von der Seite kommt. Was die Situation dann noch verbessert: Man hat keine wirkliche Möglichkeit, anders als zu Fuß zu gehen. Auto haben wir keins und sowohl die öffentlichen Verkehrsmittel – Guaguas (völlig kaputte Minibusse) und Carros Públicos (ausrangierte Taxis, die jetzt jeweils eine Route abfahren) – als auch Taxen nicht fahren, da sie nicht vorankommen. Aguaplanning ist ein Witz dagegen, hier braucht man Land- und Wasserfahrzeuge, diese Duckmobiles oder wie sie heißen. Und um dem ganzen noch das Sahnehäubchen aufzusetzen, funktioniert dann wie gesagt andauernd das Internet und/ oder der Strom nicht und es ist so laut. Aber ich sollte mich nicht beschweren, ich hab ja auch viel Sonne abbekommen und bin ein wenig braun geworden. Also höre ich jetzt auf zu jammern und beende diesen Eintrag.

Liebe Grüße (noch) aus der Hitze,

Cathi



Mittwoch, 30. Juni 2010

Typisch dominikanisch?!

Und schon wieder ein neuer Eintrag (wie gesagt, Internet geht nicht und ich bin alleine, ergo keine Arbeit).
Meine Mitbewohnerin und –praktikantin Assia (die ist vor etwa einer Woche angekommen, da meine Chefin ab jetzt immer zwei Praktikanten in der AHK haben möchte, die sich gegenseitig ergänzen) hatten an diesem Wochenende ein paar Eindrücke, die bestätigt haben, dass wir uns in einem Dritteweltland befinden. Los ging es am Freitag, als kurz nach 11h (meine ich) auf einmal laute Rufe zu hören waren. Neugierig, wie ich nun einmal bin, wollte ich natürlich gleich nachschauen, was los ist. Aber meine Chefin meinte, wir sollten doch bitte vom Fenster und am besten gleich von unseren Schreibtischen weg (die stehen in der Nähe des Fensters) und in den hinteren Teil des Büros gehen. Kurz nachdem wir das gemacht hatten, wurden noch ein paar Leute in das Centro gescheucht und dann die großen hölzernen Türen geschlossen. Unsere Tür war zusätzlich noch abgeschlossen. Die erste Theorie zum Geschehen, die wir hörten, war, dass sich Tourismus-Syndikate bekämpfen würden. Die Leute, die von der Straße reinkamen, sagten uns aber, dass es Gruppen des Rehabilitierungsprogramm von Drogensüchtigen wären, die sich nach einer Demonstration gegenseitig mit Steinen bewerfen würden. Unsere Chefin hat uns dann erzählt, dass das Programm von der Regierung eingerichtet wurde, aber im letzten Jahr ziemlich im Stich gelassen wurde. Gelder sind nicht auf Konten überwiesen worden, Zentren geschlossen und so weiter. Deshalb haben die Teilnehmer am Freitag demonstriert. Nur leider haben sich Subgruppen gebildet, die dann aufeinander losgegangen sind. Vom Fenster sollten wir weg und die Türen wurden geschlossen, weil bei solchen Straßenschlachten auch leicht mal Schüsse fallen können (ein ganz großer Teil der Bevölkerung besitzt Handfeuerwaffen) und durch diese schon mehrere Kinder gestorben sind, die am Fenster gestanden hatten. Während wir also hinten im Büro standen, hörten wir, wie die Polizei mit Blaulicht ankam – und kurz darauf sahen wir auch, wie einige Menschen (am Fenster vorbei) die Straße runterliefen. Also so richtig Flucht vor der Polizei. Das war schon krass.
Weil das ja noch nicht genug war, hat der Samstag sich auch noch einmal Mühe gegeben, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Los ging es damit, dass die USA im Achtelfinale gegen Ghana verloren haben. Da hatte ich schon gleich nicht die beste Laune ;) Assia, Pascal, Lilly und ich hatten dann beschlossen, etwas zusammen zu kochen (beziehungsweise sollte ich kochen, mein bzw. Mamas Thai-Curry). Also sind wir nach dem Spiel zum Supermarkt gegangen, haben alles mögliche eingekauft und haben uns auf den Weg zu unserer Wohnung gemacht. Wobei, eigentlich muss man sagen, dass wir zunächst etwa 20 Minuten hinter dem Kassenbereich des Supermarktes gewartet haben, da es in Strömen goss. Kleine Nebenbemerkung: Leute denken ja immer, dass in der Dominikanischen Republik, da sie in der Karibik liegt, immer super Wetter ist. Pustekuchen! Eigentlich fast die ganze letzt Woche hat es immer wieder total gegossen. Das waren Wolkenbrüche sondergleichen! Mittwoch bin ich vollkommen durchnässt zur Arbeit gekommen – ich hatte zwar einen ziemlich großen Regenschirm, aber der Wind hat die Regentropfen von der Seite gegen meinen Rock gedrückt, so dass ich ihn in der AHK angekommen erst einmal auswringen konnte. Zum Glück hatte ich einmal einen Rock dort gelassen, so dass ich etwas zum Wechseln da hatte. Die Straßen sind bei diesen Regenstürmen auch innerhalb von 5 Minuten wenn nicht ganz, dann an den Bordsteinen überschwemmt, so dass das Straßeüberqueren zu einem echten Sport werden kann. Dementsprechend schwappte das Wasser dann auch schön in meinen Turnschuhe hin und her – selbst nachdem ich sie mit Zeitungspapier gestopft hatte, waren sie nach 8 Stunden immer noch leicht nass. Bäh. Gut, aber zurück zum Thema. Wir sind dann irgendwann doch im Regen aufgebrochen, da es nicht so aussah, als würde es besser werden und wir endlich nach Hause wollten. Auf dem Weg lief auf einmal ein Typ hinter uns her. Da haben wir uns zunächst nichts bei gedacht. Auf einmal schnappte er sich jedoch Pascals Einkaufstüte (wir liefen zu dritt hintereinander her, Pascal war der letzte) und lief weg. Yup, uns wurde das Essen geklaut. Es war (natürlich) auch die vollste Tüte, mit dem Hähnchen, dem Gemüse, der Nachspeise und zwei 0,375-Flaschen Rum. *seufz* Wir hatten also nichts zu Hause zu Essen außer Reis, dafür zwei Liter Milch, eine Dose Kokosmilch, Ananas- und O-Saft und eine Flasche Wein. ^^ Naja, wir haben uns dann Chinesisch bestellt und uns gesagt besser so, als wenn uns die Handtasche, Kamera und/ oder Portemonnaie geklaut worden wären. Und der Sonntag hat dann zumindest einen Teil wieder wett gemacht: Deutschland hat England mit 4:1 (oder 4:2, wie man’s nimmt) platt gemacht, es hat nicht so viel geregnet (teilweise sogar die Sonne geschienen) und wir sind am Strand und im Meer gewesen. Das war ganz nett. Ansonsten wurde ich wieder in meiner Überzeugung bestätigt, dass puertoricanische Mofongos 1000x besser sind als dominikanische. Die hiesigen sind zu trocken, da ohne Saucenfüllung (das Fleisch ist direkt mit eingebacken), und einfach nicht so lecker.

Kurzer Katzennachtrag: Die beiden sind irgendwie von den Schnürsenkeln meiner Turnschuhe, meiner Schuh-Tüte und meinen Socken fasziniert, letztere hat Goliath eben schon durch die Gegend getragen.

So, jetzt ist auch Feierabend, Brasilien hat (leider, natürlich) gewonnen, schauen wir mal, ob ich morgen was gucken kann.


Cathi

Dienstag, 29. Juni 2010

SCHLAAAND! – Fußball gucken in der DomRep

28.06.2010

Hello again,

erst einmal: Schland, oh Schland, wir sind von dir begeistert...
Da wir in der AHK gerade weder Internet noch Telefon haben und dementsprechend kaum etwas schaffen können (für das bisschen, was ich mache, brauche ich dann doch Internet), dachte ich mir, dass ich in Word ein paar Blogeinträge vorschreibe und dann in den nächsten Tagen ins Internet stelle – sobald dieses dann wieder funktioniert.
Hier also der erste Eintrag ;)

Auch wenn durch den Zeitunterschied die Spiele zu teilweise etwas unangenehmen Zeiten gezeigt werden (6 Stunden Unterschied, die frühesten Spiele der Gruppenphase wurden also um 7.30h gezeigt), habe ich doch versucht, die meisten Spiele zumindest teilweise zu schauen. Damals, als wir noch Internet vom Nachbarn bekommen haben (erlaubterweise, er hat jetzt bloß den Anbieter gewechselt oder so und jetzt finden wir sein Netz nicht mehr), bin ich für einige Spiele früher aufgestanden, um sie im Livestream auf dem Laptop zu schauen. Bei den anderen war es mir dann nicht so wichtig, da habe ich die letzte halbe Stunde im Büro gesehen. Für das Deutschlandspiel bin ich NATÜRLICH aufgestanden, dafür allerdings auch ins Deutsch-Dominikanische Zentrum hier gegangen und habe mit vielen anderen Deutschen blöderweise die Niederlage gegen Serbien gesehen. Überhaupt werden hier in dem Raum direkt neben meinen Büro alle Spiele gezeigt, die um 10h und 14.30h (unserer Zeit) stattfinden. Meist sind da nicht allzu viele Leute, aber ein paar sitzen da eigentlich immer. Richtig voll ist es dann bei den deutschen Spielen (da wird auch gut Umsatz gemacht – es wird Bier, Softdrinks, Kaffee, Würstchen etc. verkauft) und am Wochenende, wenn Teams wie Brasilien oder die Niederlande spielen (bei letzterem war grad ein niederländisches Marineschiff im Hafen). Ich höre aber meist nur wenn ein Tor fällt, da ich den Livestream auf dem Computer anschalte, damit ich, während ich das Spiel höre (mit deutschem oder englischem Kommentar, der 1000x besser ist als der dominikanische, aber dazu gleich mehr), auch arbeiten kann. Meistens höre ich aber das Geschrei des dominikanischen Kommentators oder der Fans der toreschießenden Mannschaft zuerst, da der Internet-Livestream etwa zwei Minuten zeitversetzt ist. Aber nun ja. A propos dominikanischer Kommentator: Ein Fußballspiel im dominikanischen Fernsehen zu sehen ist auch ein Erlebnis für sich. Ganz abgesehen davon, dass der Ton relativ leise gestellt ist, besteht mindestens die Hälfte des „Kommentars“ aus Werbung. Handywerbung, Supermarktwerbung, hast du nicht gesehen. Zusätzlich dazu wird etwa alle fünf Minuten am unteren Bildrand Werbung für die gleichen Anbieter gezeigt (natürlich aber zeitversetzt zur Audiowerbung), plus einen Pizzalieferanten und eine Anzeige der Polizei, dass man doch seine Waffe bitte registrieren solle. Nicht abschaffen, nein, nur registrieren. Super. Diese Werbung ist aber nicht ganz klein, nein, sie bedeckt etwa ein Viertel des Bildes, so dass man, wenn der Ball an diesem Spielfeldrand ist, mal eben eine halbe bis eine Minute nichts vom Spiel sieht außer den Spielern, die mitlaufen. Ganz großes Kino. Sollte dann mal ein Tor fallen, heißt es nicht „Gol de ...“ (Tor von ...), sondern gleich „Goooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooool“. Sehr enthusiastisch. Aber ich sollte mich nicht beschweren, wenigstens werden hier alle Spiele im Fernsehen gezeigt, auch wenn eigentlich Baseball Nationalsport ist (und eher Touristen und Einwanderer die WM schauen). In den USA 2006 (und ich ärgere mich bis heute, dass ich da nicht in Deutschland war), hat das amerikanische Fernsehen ja irgendwann nur noch die Spiele gezeigt, die zu einer Zeit liefen, wo kein anderer Sport lief, so dass ich die meisten Spiele auf nem mexikanischen Sender schauen musste (und von daher das Gooooool auch schon kenne).
Wenn das Wetter nächstes Wochenende gut wird, werde ich das Deutschland-Argentinien Spiel leider nicht sehen können, da ich mit vier Freunden in den Südosten der Insel, nach Bayahibe, fahren werde und von dort aus auf die Isla Saona, einer fast unbewohnten Insel mit weißem Sandstrand und so. Dann muss mein Mitbewohner oder so mir die Zwischenstände und das Ergebnis durchgeben. Aber wir werden natürlich weiterkommen, diesmal auch ohne Spickzettel ^^

So, das wär’s dann erstmal zum Fußball, ich höre mir jetzt das Geschrei der brasilianischen Fans weiter an (das Internet geht immer noch nicht), laut dem ich grade tippen würde, dass es ca. 40 Minuten ins Spiel rein 1:1 steht (haha, grad nachgefragt, 2:0, verdammt. Ich konnte nicht nachgucken, da ich zur Zeit ganz allein im Büro bin – meine Chefin ist kurz zur Botschaft, meine Kollegin ihre Tochter vom Flughafen abholen und meiner Mitpraktikantin ging es nicht gut, die ist nach Hause; ich bin also mit den Katzen ganz alleine, die schlafen neben mir und mehr oder weniger ineinander verknotet. Sooo süß! Achso, das habe ich ja noch nicht erwähnt: Wir haben jetzt eine zweite Bürokatze (beziehungsweise jetzt einen Kater zur Katze – und keine Sorge, die sind noch nicht alt genug). Er heißt Goliath (meine Idee), da er unglaublich groß ist, vor allem im Vergleich zu Abril, die verhältnismäßig zierlich ist, und die beiden verstehen sich super. Zum Glück.

Liebe Grüße,
Cathi

Mittwoch, 2. Juni 2010

Erster Zwischenbericht

Hola!

Und wieder ein Blogeintrag, hui ui. Ich dachte, ich erzähl mal ein bisschen, wie mein Alltag hier abläuft, vor allem, da ich grad keine Fotos hochladen kann (mein USB Drive mag mich nicht, *seufz*).
Unter der Woche stehe ich so um 7.15 auf, dusche dann meist erstmal (es wird auch in der Nacht nicht wirklich kalt) und frühstücke das Übliche: Haferflocken, Cornflakes o.ä. und Obst, inklusive einer Banane, die wir immer vom Obsthändler geschenkt bekommen, der auf der anderen Seite der Kammer arbeitet. "Richtiges" Müsli ist gut teuer, aber das geht ja auch so. Dann ziehe ich mir meine Sneakers oder meine Joggingschuhe an (sieht immer sehr chic zum Business Outfit aus) und gehe (oder laufe) in 10-15 Minuten zum Büro. Dort ziehe ich mir erstmal meine guten Schuhe an und mache den PC an. Wenn der hochgefahren ist, wird NDR2 oder FFH im Livestream angemacht und E-Mails gecheckt. Dann koche ich Kaffee - ja, tatsächlich. Aber das hat zwei Gründe. Meine Chefin "darf" keinen kochen (ist eine Statussache) und ich koche guten Kaffee ^^ Dann arbeite ich vor mich hin, meist mit Katze auf dem Schreibtisch. Von 13-14h ist Mittagspause, da nehme ich mir dann meine selbstgeschmierten Brote und meinen Salat sowie ein Buch und setz mich entweder in den Innenhof oder in den 1. Stock, aber auf jeden Fall an die frische Luft. Manchmal gehe ich nach dem Essen noch ein bisschen spazieren (und einkaufen bei Bedarf). Danach dann noch mal arbeiten und um 17h habe ich Feierabend. Auf dem Rückweg nach Hause gehe ich ab und zu noch einkaufen (irgendwie brauche ich andauernd was). Zu Hause bin ich dann meistens so durchgeschwitzt, dass ich wieder duschen muss. Dann zieh ich mir bequeme Klamotten an, sprühe mich mit Mückenzeug ein (ich hab schon bald ne Flasche leer und trotzdem immer noch ein paar Stiche) und koch dann Abendessen. Danach wird gespült und das Essen für den nächsten Mittag fertig gemacht, ein bisschen was auf dem PC geschaut und früh ins Bett (ja, ich gehe tatsächlich früh ins Bett. Wunder gibt es immer wieder). Die Wochenenden will ich gerne zumindest teilweise außerhalb von Santo Domingo verbringen (die Stadt ist echt nichts auf Dauer), da muss ich jetzt mal planen, was ich wann mache. Ich hoffe, ich kann das meiste in Tagesausflügen erledigen, so dass ich nicht noch in ein Hotel muss. Erschwert wird die ganze Planung ein wenig dadurch, dass beispielsweise dieses Wochenende Deutscher Markt hier im Deutschen Zentrum ist (in dem Gebäude ist die AHK), zu dem ich gerne möchte (ist jeden ersten Samstag im Monat), und ab nächster Woche ja WM ist und die meisten Spiele hier gezeigt werden. Zumindest die deutschen Spiele will ich alle sehen. Also muss ich darum herum planen ^^ Die letzte Woche in der DomRep habe ich frei (ich habe meinen Rückflug so gelegt, dass ich noch ein bisschen Zeit im Land hab), da werde ich dann mal etwas länger weg, vielleicht nach Samaná und die Halbinsel dort. Schaun mer mal.

Das war es dann auch für heute, morgen habe ich frei, da Fronleichnam ist. Vielleicht werde ich die Altstadt von Santo Domingo ein bisschen erkunden. Irgendwann werde ich auch noch mal zu Ikea (dem einzigen in Lateinamerika), um ein bisschen Heimatfeeling zu haben ^^

Liebe Grüße,
Catharina

Dienstag, 25. Mai 2010

Cathi versucht Internet zu bekommen oder Die zerlaufenen Schuhe

Buenos días!

Ja, so kann es kommen: Ich arbeite offiziell und kann doch meine Blog eher aktualisieren als während des Semesters. Ich bin wohl doch etwas unterfordert hier ;)
Es ist verdammt anders hier, das kann ich nach zwei Wochen auf jeden Fall sagen. Ich bin mir noch nicht wirklich sicher, ob es mir gefällt. Ich glaube, für drei Monate überstehe ich die Zeit hier, aber dauerhaft würde ich mich nicht hier niederlassen wollen. Das Wetter ist auf jeden Fall sehr warm, aber leider zur Zeit auch ziemlich bewölkt und ab und zu regnerisch (meine Mutter hatte Recht, als sie sagte, dass ich immer zum falschen Zeitpunkt irgendwo hin reise). Aber ich habe mir vorgenommen, trotzdem braun zu werden. ^^ Ansonsten muss ich mich an einige Dinge gewöhnen: Das Wasser in meiner Wohnung gibt es nur in kalt (auch in der Dusche), Toilettenpapier gehört nicht in die Toilette (die Abflüsse können das nicht ab), mir wird auf der Straße nachgerufen oder -gepsssst, weil ich blond bin, der Abfall wird in Tüten auf die Straße gestellt und irgendwann abgeholt (und deshalb ist meine doch realtiv feine Nase nichts Gutes), es geht hier alles etwas langsamer und die (technologischen) Standards sind nicht die gleichen wie in Deutschland oder den USA.

Die letzten beiden Tatsachen habe ich auf gleich mehrere Weisen feststellen müssen. Zunächst einmal funktionierte letzte Woche das Internet für fast zwei Studen nicht, dann diese Woche bis eben, als es repariert wurde, das Telefon. Die Herren Reparateure haben sich schön Zeit gelassen beim Reparieren, was besonders toll war, weil sie auch (ohne Warnung) das Internet rausgestöpselt haben.
Die zweite Gelegenheit, an der ich Unterschiede gespürt habe, ärgert mich immer noch, weil das Problem noch nicht gelöst wurde. Also. Ich wollte gerne zu Hause Internet haben, nicht (nur), weil ich internetsüchtig bin, sondern weil ich als Führungsmitglied in drei Organisationen auch über den Sommer einiges machen und planen muss und ich nicht unbedingt alles auf der Arbeit machen wollte. Also habe ich mal im Internet recherchiert, was es für Möglichkeiten gibt (in die Wohnung können wir uns keins legen lassen). Und siehe da: Alle Internetanbieter der DomRep haben ein tragbares Internet im Angebot, dass sich via USB Modem ins Handy 3G Netz anmeldet. Allerdings sind die meisten Angebote an einen Zweijahresvertrag gebunden. Da das natürlich nicht im Internet steht, wollte ich zunächst das Angebot von Viva nutzen. Aus diesem Grund bin ich nach der Arbeit in die Fußgöngerzone gegangen und habe dort einen Viva Verkaufsladen aufgesucht. Diese hatten jedoch das Internetangebot nicht und haben mich zu einem Laden ein paar hundert Meter weiter geschickt. Dieser war jedoch aus vollkommen unerfindlichen Gründen bereits geschlossen. Also machte ich mich auf den Heimweg, da ich mich erinnerte, dass fast vor meiner Haustür ebenfalls ein Viva Laden ist. Dort sagten sie mir jedoch, dass sie das Internetangebot ebenfalls nicht hätten, der Viva Verkäufer im Supermarkt auf halbem Weg wieder zurück aber auf jeden Fall. Also ging ich wieder einen Teil des Weges zurück. Im Supermarkt war aber ebenfalls Fehlanzeige und sie sagten, der einzige Laden, der das hätte, wäre der in der Fußgängerzone, der bereits geschlossen war. Frustriert beschloss ich aufzugeben, zumal mir gesagt wurde, dass es mich für drei Monate 6000 Pesos kosten würde, umgerechnet etwa €130. War dann doch ziemlich teuer. Deshalb hatte ich mich für den Tagestarif von Orange entschieden. Das sind 200 Pesos für 24 Stunden plus einen Betrag für den USB Stick. Der Shop hatte das Gerät jedoch nicht da, also musste ich am nächsten Tag wiederkommen. Gesagt, getan. Blöderweise hatte ich meinen Pass nicht dabei, weshalb ich erstmal wieder nach Hause gehen konnte und den holen. Danach habe ich gute 2 1/2 Stunden in dem Laden verbracht (wobei ich echt fror, da die eine Klimaanlage anhatten und ich recht dünn angezogen war), bis die das alles soweit hatten. Es sollte also alles funktionieren. Als ich nach Hause kam und endlich ins Internet wollte, musste ich jedoch feststellen, dass es nicht funktionierte! Also bin ich am nächsten Tag wieder zum Laden gestiefelt und habe den Typen dort mitgeteilt, dass es nicht geht. Diese riefen daraufhin beim Kundenservice an, mit denen ich dann sprechen musste. Die Verbindung war unglaublich schlecht, ich musste mir alles mindestens 2x wiederholen lassen. Es lief letztendlich auch nur darauf hinaus, dass sie mir sagten, es müsse gehen, und wenn nicht, solle ich nochmal anrufen. Natürlich funktionierte es nicht, und am Telefon verwies man mich immer wieder an andere Nummern, die ich anrufen solle (durchstellen ging wohl nicht), bis dann irgendwann ich garnicht mehr durchkam und die Hotline sich bedankte, dass ich angerufen hätte und mir mitteilte, für mehr Informationen solle ich doch bitte auf die Homepage gehen. Ha ha ha. Am nächsten Morgen (Samstag) versuchte ich noch einmal, dort anzurufen. Da ging dann wieder jemand ran und sagte mit, ich solle doch bitte in den Laden gehen. Die Jungs dort hatten leider auch keine Ahnung und riefen wieder den Service an. Nachdem ich mir wieder alles 5x wiederholen lassen musste, verstand ich, dass ich zum Hauptoffice von Orange gehen, was (natürlich) ein ganzes Stück weit weg war. Und eine direkte Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln gab es auch nicht. Da die Dominikaner ziemlich amerikanisiert sind, erklärten sich mich auch halbwegs für bescheuert, dass ich zu Fuß gehen wollte, und beschrieben mir den Weg mit drei verschiedenen Minivans, die hier ganz viel durch die Gegend fahren. Nicht wirklich die neusten und dann werden sie noch mit Leuten vollgestopft. Ich werde versuchen, sie zu vermeiden. Nach dem ersten hatte ich aber schon wieder vergessen, wo ich hinsollte. Also habe ich mich erkundigt und bekam einen etwas anderen Weg beschrieben: Mit der U-Bahn. Ich kann euch sagen, die ist der Oberhammer! Die wurde erst vor einem Jahr gebaut und ist so modern wie sonst nix hier. Da kann sich selbst New York ne Scheibe abschneiden. An der Endhaltestelle der U-Bahn stieg ich dann aus und sollte wieder in einen Van einsteigen. Da hatte ich aber keine Lust drauf, da das Wetter viel zu schön war und der Weg nur ne halbe Stunde zu Fuß war. Das Office von Orange war dann echt beeindruckend: Etwa 100 Schalter, an denen Leuten geholfen wird. Man hat mir ein neues Einwählprogramm auf den USB gepackt und meinte, jetzt müsse es auf jeden Fall gehen. Ich bin dann am Ufer entlang nach Hause (hat auch nur 2 Stunden gedauert...), wo ich dann feststellen musste, dass es IMMER NOCH NICHT funktioniert! Aus diesem Grund, weil ich keine Lust habe, noch einmal den weiten Weg zum Office zu gehen und weil mein Nachbar so nett war und mir das Passwort für sein Internet gegeben hat (ist zwar langsam, aber hey, besser als nichts!), will ich das Zeug jetzt zurückgeben und den Vertrag aufheben lassen. Aber natürlich habe ich am Telefon (ich musste wieder zum Shop) nicht wirklich viel verstanden und nichts wirklich erreicht. Jetzt habe ich denen mal eine E-Mail geschrieben und warte auf eine Antwort. Wenn ich nächste Woche nichts habe, muss ich mal meine Kolleginnen fragen, was ich machen soll.

So, jetzt ist erstmal gut für heute. Für alle, die keinen Facebook Account haben, werde ich bald mal Bilder hier hochladen.


Ciao,
Cathi

Dienstag, 18. Mai 2010

Cathi ist jetzt allein in der DomRep!

Ein kurzes Hallo aus Santo Domingo!

Ich habe nicht viel Zeit, etwas zu schreiben, aber ich wollte (nach Kritik von allen Seiten, die den Blog lesen - also zwei oder drei) mal wenigstens kurz was schreiben.
Also, ich bin sicher in Santo Domingo gelandet und es ist unglaublich warm hier. Dadurch, dass ich einen Tag in New York war, hatte ich auch kein Jetlag. Von NYC hatte ich nicht allzu viel, da ich doch müde war und das Hostel weiter draußen lag, in Queens. Also nur einmal kurz rein in die Stadt, was essen und wieder raus. Ich kann das Hostel auch nur weiterempfehlen, wenn man früh morgens zum JFK Flughafen muss, ansonsten sollte man versuchen, etwas anderes zu bekommen. Der Flug nach New York war auch nicht das Gelbe vom Ei. Ich hatte zunächst mal wieder Probleme mit dem Gepäck - ich hatte zwar innerhalb der Gewichtsbeschränkungen gepackt, aber Lufthansa wollte mir zunächst nicht glauben, dass ich zwei Koffer mitnehmen durfte. Dies haben sie dann aber überprüft und mir das ok gegeben. Zum Glück. Der Flug war dann relativ ereignislos (habe 1 1/2 gute Filme geschaut), bloß die Landung war etwas sehr holperig. Da musste ich nach dem Aussteigen erstmal tief durchatmen.
Am Sonntag ging es dann nach Santo Domingo, wo ich von dem Fahrer der Kammer abgeholt und zur Wohnung gebracht wurde. Diese ist relativ zentral gelegen, hell und gemütlich und ich habe einen sehr netten Mitbewohner. Ab Ende Juni kommt dann noch eine Praktikantin für die AHK, die auch da wohnen wird. Ich habe nur ein Problem: Ich muss sehr schnell duschen, da es Wasser nur kalt gibt. Muss ich wohl durch ^^ Ansonsten gewöhne ich mich an die Wärme und alles andere, nur die Mückenstiche nerven arg. Und das obwohl ich Anti-Mückenspray habe.

Das wäre es dann erstmal von mir, ich versuche bald wieder etwas zu schreiben und auch Bilder zu posten.


Liebe Grüße und ein paar Sonnenstrahlen,
Cathi