Sonntag, 27. September 2009

Das Leben an einer amerikanischen Uni

Hallöchen,

ich melde mich tatsächlich mal früher als sonst, nach weniger als einer Woche ein neuer Eintrag ;)
Es ist zwar nicht wirklich viel spannendes passiert, aber ich dachte ich stelle mal vor, wie das Leben an einer amerikanischen Universität so ist und inwiefern es sich von deutschen Unis unterscheidet.

Der wichtigste Punkt zu Anfang: Die Universität ist viel mehr das Zentrum als sie es in Deutschland ist. Während die Stadt an sich in Deutschland sehr viel des studentischen Lebens prägt (gut, vielleicht nicht unbedingt in Flensburg, da gab es eher wenig Studentenszenebars und ähnliches, aber in Kiel oder Berlin sehr wohl), ist es in den USA tatsächlich so, wie man es aus Filmen kennt: Die Uni und deren direkte Umgebung (Wohnheime u.ä.) sind das Wichtigste. Es gibt hier eigentlich fast jeden Abend was zu tun - Filme werden gezeigt, Bands spielen, es gibt Veranstaltungen noch und nöcher (und ich versuche, so viel wie möglich davon mitzunehmen). Beispiele für Veranstaltungen? Ich war letzte Woche bei einer "Ice-Cream-Party" (es gab wirklich Massen von Eis und sonstigen Naschkram... nicht wirklich gut für die Figur, aber ich werde abnehmen ^^) unter dem Motto "I Can See Russia From The Grind - A Farewell To Sarah Palin" (der Grind ist ein Veranstaltungsraum/Bar/Tanzfläche im Keller der Uni), organisiert von den Demokraten an Clark (glaub ich zumindest). Am gleichen Abend war auch Spiele-Abend, zu dem ich kurz mit Johannes gegangen bin. Dort gibt es eine riesige Auswahl von Brett- und Kartenspielen, die man nutzen kann (wir haben Carcassonne gespielt, ich fand's nicht wirklich spannend ^^). Dort bin ich dann auf ein amerikanisches Klischee gestoßen, dass ich nun hiermit tatsächlich bestätigen kann: Es waren wirklich fast nur Leute da, die man als Geeks bezeichnen kann, und die, nun ja, "extremsten" von ihnen haben auch noch Wizard gespielt. Ich musste mich echt zusammenreißen, nicht loszulachen. Am Ende des gleichen Abends bin ich dann noch Bingo spielen gegangen (leider nichts gewonnen, waren aber hammer Preise, u.a. ein Ipod Touch!). Bingo wurde von einer der vielen Studentenclubs.
Das ist auch schon das nächste Merkmal amerikanischer Unis: Es gibt hier unglaublich viele Studentengruppen, in denen sich vor allem Undergraduates (=Bachelor-Studium) engagieren. Es gibt Clubs für Asiaten, Afroamerikaner, Latinos, für Leute, die gern wandern, für Neu-England-Fans und viele viele viele mehr. Nicht nur AstA, Fachschaft und Co. Und fast jeder Student (zumindest Undergrad) ist in mindestens einer dieser Gruppen.
Und a propos Fachschaft: Ich kann dies zwar nicht für alle Studiengänge sagen, aber unser Student Council ist unglaublich aktiv und organisiert eigentlich fast jede Woche etwas für uns Studenten. Parties, Ausflüge, Veranstaltungen. Ich möchte damit jetzt allerdings nicht sagen, dass wir als Fachschaft in dieser Richtung schwach waren, da hier die Angebote auch wesentlich mehr wahrgenommen werden als sie es bei uns wurden (ich sag nur Paintball und Hochseilgarten!). Beispielsweise war der Pub bei der Welcome Party echt voll und die Tickets für Six-Flags waren innerhalb einer Woche weg. Und das waren 100 Stück. Jaha, ihr habt richtig gehört, ich fahre nächste Woche zu Six Flags. Für alle, die nicht wissen, was das ist: Six Flags ist eines der größten Freizeitpark-Unternehmen hier in den USA; sie haben mehrere Parks in verschiedenen Staaten, in denen man prämierte Achterbahnen fahren kann ^^ Mehr Infos auf http://www.sixflags.com/newEngland/index.aspx
Ansonsten ist auch die Sport-Fixierung an amerikanischen Unis tatsächlich gegeben: Es gibt hier mehrere Teams und sehr viele der (wieder einmal) Undergrads sind in ihnen vertreten. Bei den Graduate Students ist das alles ein bisschen lockerer, aber wie gesagt haben wir zumindest ein GSOM-Fußballteam ^^ Das Spiel am Mittwoch haben wir übrigens gewonnen, heute ist unsere Partie wegen zu schlechtem Wetter abgesagt worden (sooooo schlimm war es eigentlich nicht, aht nur ein bisschen genieselt, aber der rasen wär bestimmt rutschig gewesen und bei meinem Glück... ^^) Achja, und Tanzen kann man hier auch ab und zu: Wir waren heute beim Salsa (Jan, Johannes und ich - die beiden wollen mich glaube ich dafür umbringen), aber leider war's das auch wieder, weil die jetzt Auditions für ihr Team machen. Hmpf, es soll irgendwie wohl nicht sein, dass ich wieder tanze!

So, das wäre es erstmal, was mir zu dem Thema einfällt, aber ich bin sicher, es wird immer mal wieder in meinen Beiträgen auftauchen ^^

Ich werde jetzt mal meine Wäsche aus dem Trocker holen und mich dann schlafen legen, es ist schon nach 23:30 und ich habe morgen um 9h Vorlesung. ^^

Liebe Grüße,
Cathi

Dienstag, 22. September 2009

Anekdötchen aus dem großen Land



Hallo liebes, ähm, Buch ^^

Ich weiß, ich schreibe nicht allzu häufig etwas, das liegt aber weniger daran, dass ich keine Lust oder keine Zeit hätte, sondern dass es meiner Meinung nach nichts spannendes zu erzählen gibt!
Aber da ich von allen Seiten gefragt werde, wann es denn mal wieder einen Eintrag gibt, schreibe ich einfach ein bisschen was.

Zu Anfang ein paar kleine Anekdoten:
Ich war vor ein paar Wochen mit meiner Mitbewohnerin Ellen (die eigentlich Xiaohui heißt... und Thomas, jetzt keine Ping Pong Sprüche ^^) einkaufen, also Lebensmittel und ähnliches, und da damals meine Kamera noch funktionierte, wollte ich die versprochenen Bilder der Gegend machen. Wir haben also vor einer Kirche (die gibt es hier in unglaublichen Massen, und teilweise sind es nur kleine Bungalows, an denen "Iglesia de ..." steht) angehalten, vor der ein Sofa für den Sperrmüll stand, die Taschen abgesetzt und ich habe nach meiner Kamera gesucht. Da kam ein älterer, etwas verlottert aussehender lateinamerikansicher Mann auf uns zu und wollte uns "Crystal Angels" verkaufen. Wir sind schnell weiter. Naja, naiv, wie ich manchmal bin, dachte ich, er wolle tatsächlich Engel aus Kristall loswerden und hab mir nix weiter dabei gedacht. Irgendwie ist jedoch ein paar Tage später die Diskussion auf Drogen in den USA gekommen, und ich wurde daran erinnert, dass ein Stoff namens "Crystal Meth" hier sehr populär ist... Die Frage, die wohl nie beantwortet werden wird, ist, was der Typ und jetzt genau andrehen wollte. Aber ist ja auch egal ^^

Was mir außerdem passiert ist, ist wesentlich netter (und mir in Deutschland noch nie passiert!): Ich bin gestern mit meiner schweren Einkaufstasche und zwei One-Gallon (3,78l) Behältern Wasser vom Einkaufen wiedergekommen. Als ich unten mich abgemüht habe, die Tür zu öffnen und alles Zeug ins Haus zu bekommen, kommt plötzlich ein Typ, nimmt mir das Wasser ab und trägt mir das tatsächlich bis zur Wohnungstür! Sehr ritterlich :D (Und nein an alle, die mich jetzt gleich wieder verkuppeln wollen, vergesst es!) Aber das ist hier irgendwie generell angesagter als in Deutschland: die männlichen Wesen verhalten sich sehr galant, öffnen Haus- und Autotüren und so weiter. Was natürlich für ein möchtegern damsel in distress wie mich seeeeeehr nett ist :) ^^

Was gibt es sonst zu berichten? Das Wetter hat sich wieder erholt (letzte Woche war es ein bisschen ekelig), auch wenn heute viele Wolken da sind, sind es noch über 20°, morgen sollen es sogar 27° werden. Glaub ich aber erst, wenn ich es fühle!
Wie einige von euch vielleicht mitbekommen haben, spiele ich zur Zeit in einem GSOM-Team Fußball gegen andere Clark-interne Mannschaften, das erste Spiel am Sonntag haben wir leider mit 6:7 verloren, aber morgen abend ist die nächste Chance, das wieder gut zu machen. Das einzige Problem da ist, dass ein Teil des Teams nicht kommen kann, weil sie Unterricht haben... welcher Depp hat diese Termine eigentlich gelegt??

Letztes Wochenende war auch mal wieder einiges los: Am Freitag war die Welcome Party der Fachschaft und anderer Clubs (darüber werde ich im nächsten Blog mal schreiben, das ist echt der Hammer hier), Samstag hat das Community Development der Gegend hier eine Veranstaltung im Park gegenüber der Uni organisiert (was ganz nett ist, mal ein positives Erlebnis hier) und Sonntag war stART, Art on Park Avenue. Dort haben lokale Künstler Schmuck, Bilder und vieles mehr verkauft. Auch die Museen aus Worcester hatten ihre Stände... der des "Higgins Armory Museum" hat es mir besonders angetan (dieses Museum muss ich ASAP mal aufsuchen), wie man den Bildern (Dank an Jan, meine Kamera ist immer noch kaputt) unschwer ansehen kann. Tolle Schwerter!!!



Das wäre es dann erstmal für heute!
Bis nächste Woche, diesmal ein bisschen schneller, versprochen!
Liebe Grüße,

Cathi

Montag, 14. September 2009

Warum ich amerikanisiert bin... und warum nicht

Hallo liebes Tage- (nun ja, vielleicht eher Wochen-)buch!

Hier gibt es nicht allzu viel neues zu erzählen: Ich bin jetzt in der dritten Vorlesungswoche und habe doch noch mal ein bisschen was umgeschmissen: Da mir Marketing wirklich zu viel Wiederholung war, habe ich meine Note eingemailt und konnte den Kurs somit waiven, wodurch ich jetzt im ersten Module (bis Ende Oktober) Mittwochs frei habe... also ich arbeite, aber Vorlesungen habe ich keine. Taktisch mal wieder der blödste Tag um frei zu haben, vor allem, da ich Montags um 9h und Freitags bis 13h Vorlesungen habe... Aber kann man ja nicht ändern. Bzw eigentlich schon, aber mach ich jetzt nicht mehr ^^ Da muss er durch (der Lurch).
Die Arbeit ist ganz interessant, ich mache ein bisschen dies und das und soll dann das Student Handbook verbessern :) Ansonsten wollten meine Chefinnen mir "interessante Projekte" geben, mal schauen, was das wird.

Da hier nicht so viel passiert, werde ich jetzt einmal analysieren, in welchen Hinsichten ich amerikanisch bin... und in welchen nicht.

1. Ich bin amerikanisiert weil:
  • Ich es genieße, dass Geschäfte 24/7 aufhaben.
  • Ich ein wenig ungesund lebe. Das bezieht sich in meinem Fall aber nicht auf das Essen (ich koche wie immer selbst und gesund) sondern eher auf meine Alkoholkonsum (besonders letzten Freitag). Wobei vielleicht bin ich in dieser hinsicht eher deutsch, da ich so viel Bier trinke ^^
  • (Aus dem vorherigen Grund abgeleitet) Ich wie ein amerikanischer Undergraduate Student mit dem ganzen Feiern bin (wie die in den Filmen, bloß nicht ganz so extrem)
  • Ich amerikanische Bagels, Kekse u.ä. liebe. Habe mir aber noch keinen Toaster gekauft und aus dem Grund noch keine Poptarts gegessen - seid stolz auf mich :)
  • Ich das amerikanische Vorlesungs- und generell Unisystem dem deutschen vorziehe.
  • Ich Halloween liebe - ich suche jetzt schon nach dem perfekten Kostüm. Habe auch schon eine leichte bis starke Tendenz zu einem. Mal schauen.

2. Ich bin nicht amerikanisiert weil:
  • Ich immer noch den deutschen Kaffee, das deutsche Bier und das deutsche Brot den amerikanischen Produkten vorziehe. Tut mir leid, aber ist so ^^
  • Ich den Produkten Soft Drinks und Fast Food nicht wirklich etwas abgewinnen kann
  • Ich der Meinung bin, dass Räume, Geschäfte und Busse im Sommer durchaus so warm sein können wie draußen und nicht auf Wintertemperaturen herunterkühlen muss, so dass man sich eigentlich für den Unterricht oder fürs Shoppen lange Klamotten mitnehmen müsste
  • Es mir immer noch hochkommt, wenn Energie verschwendet wird. Lampen können ausgeschaltet werden, wenn niemand im Raum ist und Computer müssen auch nicht über Nacht anbleiben, wenn keiner sie nutzt
  • Ich immer noch lieber zu Fuß einkaufen gehe, als den Shuttle-Service zu nutzen. Verblüfft hier fast alle
  • Ich lieber Treppen gehe als den Fahrstuhl nutze. Aber das macht mich nicht wirklich deutsch, das macht mich nur sonderbar, auch für Deutsche ^^

Und trotz der doch hohen Anzahl von Punkten, die aussagen, dass ich doch noch deutsch bin, fühle ich mich hier sauwohl und kann mir absolut vorstellen, auch nach dem Studium in den USA zu bleiben. Ich habe halt meine Eigenarten, aber das hat ja jeder. macht uns nur menschlich.

So, nun werde ich mich allmälich mal an meine Accounting- (=Externes Rechnungswesen-) Hausaufgaben machen.


Ganz liebe Grüße,
Cathi

Sonntag, 6. September 2009

Die erste Vorlesungswoche

Hallo liebes Tagebuch,

dem ganzen Uni-Stress (yeah, right) endlich entkommen, habe ich jetzt endlich mal wieder Zeit, einen neuen Eintrag vorzunehmen.
Die erste Woche Vorlesungen ist vorbei: Zum größten Teil wirken die Fächer ganz interessant (bis auf Accounting, aber dass ich da sitze ist ja meine Schuld, weil ich keine Lust hatte, einen Test in meiner ersten Woche in Worcester zu schreiben). Ich habe 4 Units, was sich in etwa in 12 Credits (~3 Credits pro Unit) umrechnen lässt. Die Vorlesungen sind zum geringsten Teil Frontalunterricht, in fast jedem Fach muss man mitarbeiten und (Gruppen-)Übungen und -Aufgaben erledigen. Scheint ganz lustig zu werden alles, aber mal schauen, ob ich damit recht behalte ^^
Dadurch, dass die Kurse hier wirklich sehr frei zu belegen sind, habe ich glaube ich mit keinem meiner Kommilitonen alle Fächer gleich, aber so lernt man ja auch Leute kennen ;) Und alle, die ich von Salamanca aus genervt habe: Keine Angst, dieses Mal heule ich euch nicht die Ohren voll, dass ich noch niemanden kenne! Ich habe schon ganz viele sehr nette Leute kennengelernt: Mehrere Amis (ja, es gibt sie hier tatsächlich ^^), zwei Schweden, zwei Franzosen und zwei Deutsche. Und das zusätzlich zu den ganzen Asiaten, die schlimmerweise alle meinen Namen kennen und deren Namen ich mir bis zum Ende des Studiums vermutlich nicht merken kann. ;) Und dadurch, dass ich hier einige Leute kenne, bin ich schon gut rausgekommen: An den beiden Wochenenden habe ich viel zu viel Bier getrunken und wir waren in Bars, Clubs und bei den Leuten zu Hause. Sehr lustig. Zusätzlich haben wir zu viert (später zu fünft) den gestrigen Samstag in Boston verbracht. Das war cool. Das Wetter ist nämlich immer noch schön (über 20° und sonnig), da bringt es Spaß, draußen zu sein. Aber seid jetzt nicht allzu neidisch, die Winter sollen hier dafür richtig ekelig werden. Massig Schnee und eisig kalt.

Das wär's eigentlich, was es zu berichten gibt... ich habe mir heute tatsächlich noch was gegönnt (nicht, dass ich eh schon massig Geld hier loswerden würde oder so...) und mir eine Kaffeemaschine gekauft (es lebe der Kapitalismus hier, Supermärkte, die 24/7 aufhaben ^^), durch die lass ich während ich schreibe Wasser laufen. Zudem werde ich ab nächsten Samstag wieder Standard tanzen, es gibt an der Uni einen Ballroomdance Club, da habe ich mich natürlich sofort für angemeldet :) Das einzig problematische ist, dass am Samstag zusätzlich zur ersten Tanzstunde das so genannte "Shrewsbury Street College Shuffel" ist. Das ist eine Aktion der Shrewsbury Street (ach was), in der ganz viele Restaurants gelegen sind. Man ersteht für $10 einen Button oder so etwas und kann dann von 12-15h in allen teilnehmenden Restaurants etwas essen. Da müsste ich dann etwas früher weg von ^^ Außerdem ist an dem Samstag ein Oktoberfest, das von einer deutschen Schule organisiert wird. Da wurde ich auch zu eingeladen (von nem Ami ^^). Das wäre dann tatsächlich mein erstes Oktoberfest! Mal gucken, wie das alles wird.

So, jetzt muss ich etwas Schlaf nachholen (Freitag und Samstag Abend weggewesen und nicht so wirklich viel Schlaf bekommen). Morgen ist frei, es ist Labor Day.

Ich hoffe es geht allen gut!
Liebe Grüße,
Cathi