Buenos días!
Ja, so kann es kommen: Ich arbeite offiziell und kann doch meine Blog eher aktualisieren als während des Semesters. Ich bin wohl doch etwas unterfordert hier ;)
Es ist verdammt anders hier, das kann ich nach zwei Wochen auf jeden Fall sagen. Ich bin mir noch nicht wirklich sicher, ob es mir gefällt. Ich glaube, für drei Monate überstehe ich die Zeit hier, aber dauerhaft würde ich mich nicht hier niederlassen wollen. Das Wetter ist auf jeden Fall sehr warm, aber leider zur Zeit auch ziemlich bewölkt und ab und zu regnerisch (meine Mutter hatte Recht, als sie sagte, dass ich immer zum falschen Zeitpunkt irgendwo hin reise). Aber ich habe mir vorgenommen, trotzdem braun zu werden. ^^ Ansonsten muss ich mich an einige Dinge gewöhnen: Das Wasser in meiner Wohnung gibt es nur in kalt (auch in der Dusche), Toilettenpapier gehört nicht in die Toilette (die Abflüsse können das nicht ab), mir wird auf der Straße nachgerufen oder -gepsssst, weil ich blond bin, der Abfall wird in Tüten auf die Straße gestellt und irgendwann abgeholt (und deshalb ist meine doch realtiv feine Nase nichts Gutes), es geht hier alles etwas langsamer und die (technologischen) Standards sind nicht die gleichen wie in Deutschland oder den USA.
Die letzten beiden Tatsachen habe ich auf gleich mehrere Weisen feststellen müssen. Zunächst einmal funktionierte letzte Woche das Internet für fast zwei Studen nicht, dann diese Woche bis eben, als es repariert wurde, das Telefon. Die Herren Reparateure haben sich schön Zeit gelassen beim Reparieren, was besonders toll war, weil sie auch (ohne Warnung) das Internet rausgestöpselt haben.
Die zweite Gelegenheit, an der ich Unterschiede gespürt habe, ärgert mich immer noch, weil das Problem noch nicht gelöst wurde. Also. Ich wollte gerne zu Hause Internet haben, nicht (nur), weil ich internetsüchtig bin, sondern weil ich als Führungsmitglied in drei Organisationen auch über den Sommer einiges machen und planen muss und ich nicht unbedingt alles auf der Arbeit machen wollte. Also habe ich mal im Internet recherchiert, was es für Möglichkeiten gibt (in die Wohnung können wir uns keins legen lassen). Und siehe da: Alle Internetanbieter der DomRep haben ein tragbares Internet im Angebot, dass sich via USB Modem ins Handy 3G Netz anmeldet. Allerdings sind die meisten Angebote an einen Zweijahresvertrag gebunden. Da das natürlich nicht im Internet steht, wollte ich zunächst das Angebot von Viva nutzen. Aus diesem Grund bin ich nach der Arbeit in die Fußgöngerzone gegangen und habe dort einen Viva Verkaufsladen aufgesucht. Diese hatten jedoch das Internetangebot nicht und haben mich zu einem Laden ein paar hundert Meter weiter geschickt. Dieser war jedoch aus vollkommen unerfindlichen Gründen bereits geschlossen. Also machte ich mich auf den Heimweg, da ich mich erinnerte, dass fast vor meiner Haustür ebenfalls ein Viva Laden ist. Dort sagten sie mir jedoch, dass sie das Internetangebot ebenfalls nicht hätten, der Viva Verkäufer im Supermarkt auf halbem Weg wieder zurück aber auf jeden Fall. Also ging ich wieder einen Teil des Weges zurück. Im Supermarkt war aber ebenfalls Fehlanzeige und sie sagten, der einzige Laden, der das hätte, wäre der in der Fußgängerzone, der bereits geschlossen war. Frustriert beschloss ich aufzugeben, zumal mir gesagt wurde, dass es mich für drei Monate 6000 Pesos kosten würde, umgerechnet etwa €130. War dann doch ziemlich teuer. Deshalb hatte ich mich für den Tagestarif von Orange entschieden. Das sind 200 Pesos für 24 Stunden plus einen Betrag für den USB Stick. Der Shop hatte das Gerät jedoch nicht da, also musste ich am nächsten Tag wiederkommen. Gesagt, getan. Blöderweise hatte ich meinen Pass nicht dabei, weshalb ich erstmal wieder nach Hause gehen konnte und den holen. Danach habe ich gute 2 1/2 Stunden in dem Laden verbracht (wobei ich echt fror, da die eine Klimaanlage anhatten und ich recht dünn angezogen war), bis die das alles soweit hatten. Es sollte also alles funktionieren. Als ich nach Hause kam und endlich ins Internet wollte, musste ich jedoch feststellen, dass es nicht funktionierte! Also bin ich am nächsten Tag wieder zum Laden gestiefelt und habe den Typen dort mitgeteilt, dass es nicht geht. Diese riefen daraufhin beim Kundenservice an, mit denen ich dann sprechen musste. Die Verbindung war unglaublich schlecht, ich musste mir alles mindestens 2x wiederholen lassen. Es lief letztendlich auch nur darauf hinaus, dass sie mir sagten, es müsse gehen, und wenn nicht, solle ich nochmal anrufen. Natürlich funktionierte es nicht, und am Telefon verwies man mich immer wieder an andere Nummern, die ich anrufen solle (durchstellen ging wohl nicht), bis dann irgendwann ich garnicht mehr durchkam und die Hotline sich bedankte, dass ich angerufen hätte und mir mitteilte, für mehr Informationen solle ich doch bitte auf die Homepage gehen. Ha ha ha. Am nächsten Morgen (Samstag) versuchte ich noch einmal, dort anzurufen. Da ging dann wieder jemand ran und sagte mit, ich solle doch bitte in den Laden gehen. Die Jungs dort hatten leider auch keine Ahnung und riefen wieder den Service an. Nachdem ich mir wieder alles 5x wiederholen lassen musste, verstand ich, dass ich zum Hauptoffice von Orange gehen, was (natürlich) ein ganzes Stück weit weg war. Und eine direkte Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln gab es auch nicht. Da die Dominikaner ziemlich amerikanisiert sind, erklärten sich mich auch halbwegs für bescheuert, dass ich zu Fuß gehen wollte, und beschrieben mir den Weg mit drei verschiedenen Minivans, die hier ganz viel durch die Gegend fahren. Nicht wirklich die neusten und dann werden sie noch mit Leuten vollgestopft. Ich werde versuchen, sie zu vermeiden. Nach dem ersten hatte ich aber schon wieder vergessen, wo ich hinsollte. Also habe ich mich erkundigt und bekam einen etwas anderen Weg beschrieben: Mit der U-Bahn. Ich kann euch sagen, die ist der Oberhammer! Die wurde erst vor einem Jahr gebaut und ist so modern wie sonst nix hier. Da kann sich selbst New York ne Scheibe abschneiden. An der Endhaltestelle der U-Bahn stieg ich dann aus und sollte wieder in einen Van einsteigen. Da hatte ich aber keine Lust drauf, da das Wetter viel zu schön war und der Weg nur ne halbe Stunde zu Fuß war. Das Office von Orange war dann echt beeindruckend: Etwa 100 Schalter, an denen Leuten geholfen wird. Man hat mir ein neues Einwählprogramm auf den USB gepackt und meinte, jetzt müsse es auf jeden Fall gehen. Ich bin dann am Ufer entlang nach Hause (hat auch nur 2 Stunden gedauert...), wo ich dann feststellen musste, dass es IMMER NOCH NICHT funktioniert! Aus diesem Grund, weil ich keine Lust habe, noch einmal den weiten Weg zum Office zu gehen und weil mein Nachbar so nett war und mir das Passwort für sein Internet gegeben hat (ist zwar langsam, aber hey, besser als nichts!), will ich das Zeug jetzt zurückgeben und den Vertrag aufheben lassen. Aber natürlich habe ich am Telefon (ich musste wieder zum Shop) nicht wirklich viel verstanden und nichts wirklich erreicht. Jetzt habe ich denen mal eine E-Mail geschrieben und warte auf eine Antwort. Wenn ich nächste Woche nichts habe, muss ich mal meine Kolleginnen fragen, was ich machen soll.
So, jetzt ist erstmal gut für heute. Für alle, die keinen Facebook Account haben, werde ich bald mal Bilder hier hochladen.
Ciao,
Cathi
Fortschritt ist schon was Tolles. Auf diese Art lernt man wenigstens die Dinge, die einem selbstverständlich sind, wieder zu schätzen, oder? :)
AntwortenLöschenJa, ich hätte nie gedacht, dass ich für Katalysatoren oder warme Duschen mal so dankbar wär ^^
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