28.06.2010
Hello again,
erst einmal: Schland, oh Schland, wir sind von dir begeistert...
Da wir in der AHK gerade weder Internet noch Telefon haben und dementsprechend kaum etwas schaffen können (für das bisschen, was ich mache, brauche ich dann doch Internet), dachte ich mir, dass ich in Word ein paar Blogeinträge vorschreibe und dann in den nächsten Tagen ins Internet stelle – sobald dieses dann wieder funktioniert.
Hier also der erste Eintrag ;)
Auch wenn durch den Zeitunterschied die Spiele zu teilweise etwas unangenehmen Zeiten gezeigt werden (6 Stunden Unterschied, die frühesten Spiele der Gruppenphase wurden also um 7.30h gezeigt), habe ich doch versucht, die meisten Spiele zumindest teilweise zu schauen. Damals, als wir noch Internet vom Nachbarn bekommen haben (erlaubterweise, er hat jetzt bloß den Anbieter gewechselt oder so und jetzt finden wir sein Netz nicht mehr), bin ich für einige Spiele früher aufgestanden, um sie im Livestream auf dem Laptop zu schauen. Bei den anderen war es mir dann nicht so wichtig, da habe ich die letzte halbe Stunde im Büro gesehen. Für das Deutschlandspiel bin ich NATÜRLICH aufgestanden, dafür allerdings auch ins Deutsch-Dominikanische Zentrum hier gegangen und habe mit vielen anderen Deutschen blöderweise die Niederlage gegen Serbien gesehen. Überhaupt werden hier in dem Raum direkt neben meinen Büro alle Spiele gezeigt, die um 10h und 14.30h (unserer Zeit) stattfinden. Meist sind da nicht allzu viele Leute, aber ein paar sitzen da eigentlich immer. Richtig voll ist es dann bei den deutschen Spielen (da wird auch gut Umsatz gemacht – es wird Bier, Softdrinks, Kaffee, Würstchen etc. verkauft) und am Wochenende, wenn Teams wie Brasilien oder die Niederlande spielen (bei letzterem war grad ein niederländisches Marineschiff im Hafen). Ich höre aber meist nur wenn ein Tor fällt, da ich den Livestream auf dem Computer anschalte, damit ich, während ich das Spiel höre (mit deutschem oder englischem Kommentar, der 1000x besser ist als der dominikanische, aber dazu gleich mehr), auch arbeiten kann. Meistens höre ich aber das Geschrei des dominikanischen Kommentators oder der Fans der toreschießenden Mannschaft zuerst, da der Internet-Livestream etwa zwei Minuten zeitversetzt ist. Aber nun ja. A propos dominikanischer Kommentator: Ein Fußballspiel im dominikanischen Fernsehen zu sehen ist auch ein Erlebnis für sich. Ganz abgesehen davon, dass der Ton relativ leise gestellt ist, besteht mindestens die Hälfte des „Kommentars“ aus Werbung. Handywerbung, Supermarktwerbung, hast du nicht gesehen. Zusätzlich dazu wird etwa alle fünf Minuten am unteren Bildrand Werbung für die gleichen Anbieter gezeigt (natürlich aber zeitversetzt zur Audiowerbung), plus einen Pizzalieferanten und eine Anzeige der Polizei, dass man doch seine Waffe bitte registrieren solle. Nicht abschaffen, nein, nur registrieren. Super. Diese Werbung ist aber nicht ganz klein, nein, sie bedeckt etwa ein Viertel des Bildes, so dass man, wenn der Ball an diesem Spielfeldrand ist, mal eben eine halbe bis eine Minute nichts vom Spiel sieht außer den Spielern, die mitlaufen. Ganz großes Kino. Sollte dann mal ein Tor fallen, heißt es nicht „Gol de ...“ (Tor von ...), sondern gleich „Goooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooool“. Sehr enthusiastisch. Aber ich sollte mich nicht beschweren, wenigstens werden hier alle Spiele im Fernsehen gezeigt, auch wenn eigentlich Baseball Nationalsport ist (und eher Touristen und Einwanderer die WM schauen). In den USA 2006 (und ich ärgere mich bis heute, dass ich da nicht in Deutschland war), hat das amerikanische Fernsehen ja irgendwann nur noch die Spiele gezeigt, die zu einer Zeit liefen, wo kein anderer Sport lief, so dass ich die meisten Spiele auf nem mexikanischen Sender schauen musste (und von daher das Gooooool auch schon kenne).
Wenn das Wetter nächstes Wochenende gut wird, werde ich das Deutschland-Argentinien Spiel leider nicht sehen können, da ich mit vier Freunden in den Südosten der Insel, nach Bayahibe, fahren werde und von dort aus auf die Isla Saona, einer fast unbewohnten Insel mit weißem Sandstrand und so. Dann muss mein Mitbewohner oder so mir die Zwischenstände und das Ergebnis durchgeben. Aber wir werden natürlich weiterkommen, diesmal auch ohne Spickzettel ^^
So, das wär’s dann erstmal zum Fußball, ich höre mir jetzt das Geschrei der brasilianischen Fans weiter an (das Internet geht immer noch nicht), laut dem ich grade tippen würde, dass es ca. 40 Minuten ins Spiel rein 1:1 steht (haha, grad nachgefragt, 2:0, verdammt. Ich konnte nicht nachgucken, da ich zur Zeit ganz allein im Büro bin – meine Chefin ist kurz zur Botschaft, meine Kollegin ihre Tochter vom Flughafen abholen und meiner Mitpraktikantin ging es nicht gut, die ist nach Hause; ich bin also mit den Katzen ganz alleine, die schlafen neben mir und mehr oder weniger ineinander verknotet. Sooo süß! Achso, das habe ich ja noch nicht erwähnt: Wir haben jetzt eine zweite Bürokatze (beziehungsweise jetzt einen Kater zur Katze – und keine Sorge, die sind noch nicht alt genug). Er heißt Goliath (meine Idee), da er unglaublich groß ist, vor allem im Vergleich zu Abril, die verhältnismäßig zierlich ist, und die beiden verstehen sich super. Zum Glück.
Liebe Grüße,
Cathi
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